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Auftaktveranstaltung zur Informationsreihe „Gewalt in der Pflege von Angehörigen“

Gewalt in der häuslichen Pflege ist ein Thema, über das noch immer viel zu selten gesprochen wird. Dabei beginnt sie oft im Kleinen: Handlungen, die nicht den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person entsprechen oder gegen ihren Willen geschehen. Gleichzeitig sind auch Pflegende nicht selten den Aggressionen der zu Pflegenden ausgesetzt.

Solche Situationen entstehen häufig nicht aus Absicht, sondern aus Überforderung oder im Zusammenhang mit bestimmten Krankheitsbildern. Die Pflege zu Hause kann körperlich und psychisch sehr belastend sein – und Gewalt tritt dabei häufiger auf, als viele vermuten.

Um das Thema stärker in den Blick zu rücken, hat unsere Mitarbeiterin der Beratungsstelle STARKpunkt für Betroffene häuslicher Gewalt gemeinsam mit dem Pflegestützpunkt Wismar eine Informationsreihe für Nordwestmecklenburg entwickelt. Die erste Veranstaltung fand nun im Seniorentreff in Klütz statt.

Zum Einstieg ging es um die Frage, was überhaupt als Gewalt gilt und welche Formen sie annehmen kann. Auch die möglichen Folgen für Betroffene wurden thematisiert. Im weiteren Verlauf standen Belastungsfaktoren in der Pflege im Mittelpunkt, die zu Gewalt führen können.

Ein besonderer Fokus lag auf alltagstauglichen Strategien zur Prävention: Wo gibt es Entlastungsmöglichkeiten? Was hilft in akuten Situationen? Und was kann getan werden, wenn eine Situation zu eskalieren droht? Ergänzend stellte die Mitarbeiterin des Pflegestützpunktes konkrete Unterstützungsangebote vor, die helfen können, Überforderung vorzubeugen.

Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse. Viele Inhalte lösten persönliche Erinnerungen und Emotionen aus, was die Relevanz des Themas deutlich machte.

Aufgrund der positiven Resonanz sind im Laufe des Jahres weitere Veranstaltungen im Landkreis Nordwestmecklenburg geplant. Denn eines ist klar: Niemand muss diese Herausforderungen allein bewältigen.