Kommunalwahl 2019: Im sozialen Bereich drückt der Schuh

Regionale Liga der Wohlfahrtspflege hat dringende soziale Herausforderungen benannt

Wismar, 16. Mai 2019. Die Regionale Liga der freien Wohlfahrtspflege des Landkreises Nordwestmecklenburg hat anlässlich der Kommunalwahlen den Parteien dringende soziale Herausforderungen benannt. Diese stellte sie am Donnerstag, 16. Mai 2019, Wahlkandidaten vor, wobei Kandidaten von SPD, CDU, Bündnis 90 – die Grünen, Die Linke und der AFD der Einladung der Regionalen Liga folgten.

Die Botschaft: Der Schuh drückt aktuell gewaltig.

Matthias Koch von der Arbeiterwohlfahrt verwies unter anderem auf die landesweite personelle Ausstattung der Kindertagesstätten. „Unsere Betreuungsschlüssel liegen weit unterhalb der fachlichen Empfehlungen und der Durchschnittswerte in Deutschland“, führte er aus. Während eine Fachkraft im Krippenbereich im Bundesdurchschnitt vier Kinder betreue, läge der Schlüssel in Mecklenburg-Vorpommern bei sechs Kindern, wobei die Empfehlung der Bertelsmann Stiftung bei 1:3 liegt.  Das habe entsprechende Auswirkung auf die Belastung der Mitarbeitenden und die Qualität der Betreuung. „Wenn dann noch eine Kollegin erkrankt oder eine Stelle nicht besetzt werden kann, wird es richtig eng.“

Die Kandidaten folgten den Ausführungen mit großem Interesse. „Die Veranstaltung war wichtig, um zu verstehen, wo die Probleme liegen und welche angepackt werden müssen“, sagte beispielsweise Wolfgang Glaner (SPD). Sein Kommentar erhielt zustimmendes Nicken aller Teilnehmer. Durchgehend regten die Kommunalpolitiker an, den nun begonnenen Austausch fortzusetzen. Eine Anregung, die die regionale Liga gerne annahm. „Wir freuen uns über die Resonanz und werden den Weg der gegenseitigen Information fortsetzen. Ziel muss es sein, in unserer Region eine funktionierende soziale Infrastruktur zu gewährleisten und weiterzuentwickeln“, sagte Balzer. Dabei ist ihr bewusst, dass die Kreise, Städte und Gemeinden oft nur das umsetzen, was auf Landes- und Bundesebene entschieden wird. „Manche Rahmenbedingungen werden aber auch in den Parlamenten vor Ort entschieden. Außerdem: Nur wenn die politischen Vertreter der Region wissen, wo der Schuh drückt, können sie das an die Entscheider auf Bundes- und Landesebene weitergeben“, so Balzer.

Mitglied in der Regionalen Liga sind: Arbeiterwohlfahrt Wismar, Diakonie NWM, Der Paritätische und die Caritas

Bildunterschrift: Stellten aktuelle soziale Herausforderungen vor: Thilo Rau, Sandra Rieck, Kirsten Balzer, Ekkehard Giewald und Matthias Koch (v. li.)